Mittwoch, 29. Juni 2016

KIRSCHEN CSI.


Das Verhältnis zwischen der Kirsche und mir ist irgendwie ein gespaltetes – kleine, glänzende Kunstwerke hängen da an den Bäumen – prall, in den schönsten Rottönen, und eigentlich kann man es kaum erwarten bis sie endlich reif sind. Nur geht's oft nicht nur einem selber so, sondern auch diesen kleinen Bewohnern, die dafür verantwortlich sind, dass meine eigentlich so große Liebe zu den Kirschen schon die eine oder andere Krise hat überstehen müssen.

Bei den Kirschenessern gibt's nämlich zwei Fraktionen: jene die ohne Rücksicht auf nicht gegebene Verluste das Obst mit Freuden vernaschen und jene die daran Interessiert sind, ob die Kirsche Untermieter hat. Ich gehöre zu jenen die sich mit den Untermietern beschäftigen – leider...

Kürzlich hab ich mir von einer ganz lieben Freundin herrlichste Früchte aus deren elterlichen Garten holen dürfen – allein das Ernten war schon ein Erlebnis, weil ich zwei entzückende kleine Helferleins hatte, die mir mit viel Leidenschaft zur Hand gegangen sind. Vielen Dank an dieser Stelle! Schön war's!

Nach dem Ernten ging es direkt nachhause und ich wurde vor der Verarbeitung zur temporären „Kirschenpolizistin“ – jede einzelne wurde nach dem Entkernen natürlich auch noch geöffnet und auf Untermieter untersucht. Die Qualität der Früchte war hervorragend, sodass ich in meiner Eigenschaft als Kirschen-CSI-Kommissarin nicht wirklich oft fündig wurde.

Das Resultat ist eine Kirschenmarmelade mit ein wenig Vanille parfümiert, die wirklich ausgezeichnet schmeckt – ich hab sie natürlich schon probiert – ins Joghurt gerührt, auf den Striezel, aufs Buttersemmerl und ins schnelle Eis gemischt, das ich aus den paar übrigen Früchten noch auf die Schnelle zubereitet hatte. Gut ist sie geworden und völlig ohne Eiweiß...